Fire Dragon I - Ausbildung Flashover

Jeder Feuerwehrmann fürchtet eine Rauchgasdurchzündung während des Einsatzes in geschlossenen Räumen. Alle Ansätze dieses Ereignisses zu erkennen und die richtigen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, das ist Ziel dieser Ausbildung.

Grundlegend neigt jeder Zimmerbrand relativ kurzfristig zur Durchzündung. Die unverbrannten Ausdünstungen brennbarer Stoffe, angeregt durch die Wärmestrahlung des Brandrauches selbst, zünden je nach Raumgröße und Belüftung bereits zwischen 3 und 15 Minuten. Das entspricht in der Regel dem Eintreffen der Kräfte am Einsatzort. Der Flashover selbst wird als Übergang vom Entstehungsbrand zum Vollbrand eines Raumes betrachtet. Ein Ereignis das der Angriffstrupp durch richtige Gegenmaßnahmen vereiteln kann.

ModellversucheDie theoretische Ausbildung stand natürlich am Anfang, gefolgt von praktischen Modellversuchen, welche wirklich anschaulich dargestellt wurden, um auch mal den Unterschied von Flashover und Backdraft zu zeigen. Der Flashover ist nicht die einzige Form der Verbrennung von Rauchgasen. Die unterschiedlichen Varianten hängen von den lokalen Gegebenheiten ab. Betrachtet man den gasförmigen Rauminhalt beim Brandverlauf, gibt es eine untere und eine obere Explosionsgrenze im Mischungsverhältnis brennbarer Gase mit dem Umgebungssauerstoff. Ein Flashover liegt in der Nähe der unteren Explosionsgrenze, ein Backdraft zündet an der oberen Grenze. Entsprechend fällt deren Wirkung aus. Allein beim Flashover ist mit einem schlagartigen Anstieg von ca. 500-600C bei Zündtemperatur auf ca. 1000-1200C zu rechen. Im Brandraum befindliche Einsatzkräfte haben bereits beim Flashover eine geringe Überlebenschance. Die horizontale Ausbreitungsgeschwindigkeit von ca. 9,8 m/s entspricht in etwa der Durchschittsgeschwindigkeit von Carl Lewis auf der 100m Strecke.

FIRE DRAGON INach ausführlicher Einweisung gings dann in den Container. Im Container wird ein mit Holz gefüllter Behälter in Brand gesetzt. Die Decke und Wände sind mit Spanplatte verkleidet. Die Entwiclung des Brandes mal so zu beobachten war mal eine völlig neue Erfahrung. Deutlich sichtbar die ausstömenden Gase aus den erhitzten Oberfächen. Nach kurzer Zeit konnte man kaum noch bis zum Quellfeuer sehen. Alle Kameraden konnten jetzt am eigenen Leib die Temperaturen in Brandherdnähe spüren. Das war richtig heiss! Die Wärmestrahlung des Rauches stieg immer weiter an. Wenn die untere Rauchgrenze dann beginnt wellenförmig zu schwingen, dauert es nicht mehr Lange und es zeigen sich die sognannten "Engelszungen". Die wohl letzen Alarmsignale kurz vor der Durchzündung.

Das richtige Verhalten und die richtige Ausrüstung sind die Grundvorraussetzung für einen erfolgreichen Innenangriff. Das klassische C-Strahlrohr ist dem Hohlstrahlrohr nicht nur unterlegen, es ist praktisch nahe zu unmöglich einen ganz kurzen Sprühstahl zum kühlen in den Rauch zu geben. Beim C-Stahlrohr führt die Weg zum Sprühstahl über den Vollstrahl. Absolut vermeiden sollte man den Vollstahl direkt in die Flammen des Quellfeuers. Das dort sofort verdampfende Wasser erzeugt eine sehr schnelle Volumenänderung und das mit dem Vollstrahl zum Feuer mitgerissene Luftpolster, lassen die Flammen als eine Art Rückschlag in Richtung der Sauerstoffquelle ausschlagen. Im ContainerDas heisst genau in Richtung des Strahlrohres! Also gilt es solche Handlungen zu unterlassen. Besser vor gleichzeitig Aufschlussreich ist das mittels kurzer Srühstrahlstöße den Rauch nach und nach in Richtung Brandherd zu kühlen. Je nach Rauchtemperatur wird auch dabei das Löschwasser in Wasserdampf gewandelt. Daher nie senkrecht nach oben sprühen. Zum einen kann das Löschwasser noch flüssig zurückkommen, aber schlimmer ist der aus dem Rauch nach unten ausgedrückte Wasserdampf. Zu heiss zum wohlfühlen, entsteht wieder ein höheres Dampfvolumen gegenüber dem Wasser. Die Volumenausdehnung erfolgt aufgrund der niederen Temperatur nach unten. Also sollte man sich nicht direkt darunter befinden.
Auch heruntertropfendes Löschwasser hat seine Nachteile. Löschwasser in der Kleidung, sei es in den Handschuhen, oder bespielsweise an den Knien wird zur Verletzungsgfahr, wenn es innerhalb der Fasern beginnt zu kochen. Die vorhandene Wärmestrahlung schafft das locker. Nach dem Abkühlen der Rauchdecke wird dann nach und nach per Sprühlstahl der Brand abgelöscht. Empfohlen wurde uns ein Absprühen in Form einer liegenden Acht.

In der Summe eine empfehlenswerte Ausbildung, die von der Dräger Safety AG &Co.KGaA durchgeführt wurde.

wichtiger Hinweis

Die auf dieser Seite gebrachten Ausführungen dienen rein informatorischen Informationen und stellen lediglich unsere Erfahrung mit dieser Ausbildung dar. Sie dienen nicht als theoretische Ausbildungsgrundlage oder ähnliches! Wir lehnen daher jegliche Haftung in Zusammenhang mit der Anwendung der o.g. Löschpraktiken ab!

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